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Evokation - die Kunst des Herausrufens.Evokation bedeutet im Prinzip Herausrufen. Ich habe einmal gelesen, dass Evokation im Prinzip der Vorgang ist, wenn man eine Kraft von innen herausruft und diese an jemand anderen überträgt. Das ist, glaube ich, nicht ganz richtig. Evokation ist der Gegenpol zur Invokation. Mit der Invokation ruft man höhere Wesen herbei und lädt sie zum Eintritt ein (in einen Kreis oder in sich selbst). Mit der Evokation ruft man auch höhere Wesen herbei. Aber man lädt sie nicht zum Eintritt in sich selbst ein. Man erlaubt ihnen nur, sich in der physischen Welt zu manifestieren. Die Evokation ist damit nicht das Gegenteil per se zur Invokation. Denn das Gegenteil würde bedeuten, man vertreibt ein höheres Wesen.Die Evokation ist auch eine Art der Beschwörung eines Geistwesens, man ruft letzlich bei der Evokation das Geistwesen auch herbei. Nur: in der gängigen Praxis zieht der Ausführende der Evokation eine Art Schutzkreis um sich selbst. In diesen soll das Geistwesen nicht eintreten können. Das macht Sinn - denn nicht immer stellt das Herbeigerufene auch das Gute dar. Das höhere Wesen soll sich normalerweise in einem magischen Dreieck manifestieren, außerhalb des Herbeirufenden. Es soll sich aber nur in der für die Allgemeinheit sichtbaren Welt manifestieren - nicht im Ausübenden der Evokation. Das ist der große Unterschied zur Invokation. Diese strebt genau genommen die Verschmelzung von Ausübendem und Herbeigerufenen an. Ursprünglich diente die Evokation eher kriegerischen Zwecken. So sollten die Götter der Feinde in die eigenen Reihen gezogen werden, sodass die Feinde dann ohne Götter dastanden und nicht mehr unter ihrem Schutz standen. Heute dient die Evokation meistens der Herbeirufung von Göttern, Engeln oder Dämonen. Oft haben die Herbeirufenden nur ein Interesse: sie wollen sich den Geist unterwerfen oder mit ihm paktieren. Diese Praxis dürfte nicht ganz ungefährlich sein, man sollte sich das vorher gut überlegen. Denn über die genaue Stärke eines Geistes haben die meisten nur eine unscharfe Vorstellung. Und es ist etwas übermütig zu meinen, man könne sich Geister untertan machen. In der Praxis dürften die Geister über ziemlich große Kräfte verfügen - mehr Kraft als ein Sterblicher im kleinen Finger hat. Interessierte sollten sich eventuell einmal in der Literatur schlau machen. Nach meinem Kenntnisstand waren selbst so große Magiere wie Eliphas Levi oder Aleister Crowley den herbeigerufenen Wesen nicht immer gewachsen und bekamen es im Rahmen von Evokationen bisweilen einfach nur mit der Angst zu tun. Interessante Experimente mit Evokationen sollen auch Franz Bardon, Lewis Carroll, Agrippa von Nettesheim oder etwa Abraham von Worms gemacht haben. |
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