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Handlesekunst/ChiromantieDie Handlesekunst ist wohl eine sehr alte Kunst und wird bzw. wurde sogar zu den Wissenschaften gezählt. Es geht bei der Handlesekunst (Chiromantie) im Prinzip darum, dass aus der Hand Informationen zum Leben und Schicksal des betroffenen Menschen gelesen werden. Ausschlaggebend für die Deutung sind dabei Form und Aufbau der Hände (die Chirognomie oder auch Chirologie).Geschichtliches zur ChiromantieDie Handlesekunst ist, davon geht man aus, wohl so alt wie die Religionen. Hinweise über Handlesungen gibt es schon in den Veden oder etwa dem Buch Hiob. Die Kunst des Handlesens wurde darauf hin aber wohl eher stückweise weitergegeben. Handleser genossen in vielen Kulturen hohes Ansehen, so zum Beispiel in Griechenland. Eine der ersten schriftlichen Abhandlungen zum Thema Chiromantie soll vom deutschen Gelehrten Johann Hartlieb im Jahr 1448 verfasst worden sein. An der Universität zu Wittenberg soll der berühmte Gelehrte Melanchton die Chiromantie praktisch gelehrt haben. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts war die Chiromantie an vielen deutschen Universitäten dann sogar Lehrfach.Danach spielte die Chiromantie im Verlauf des 19. Jahrhunderts vor allem in Frankreich eine wichtige Rolle. Bekannte Namen sind hier D'Arpentigue und Desbarolles. 1913 wurde die Chiromantie in Frankreich schließlich sogar als Wissenschaft offiziell anerkannt. Im 20. Jahrhundert erschienen dann weitere Schriften zu dem Thema, die man aber eher in den Bereich der Spiritualität und Esoterik einordnen kann. Wesen und Inhalte der ChiromantieEin gewisses Problem ist die praktische Umsetzung klassischer Texte zur Chiromantie, denn eigentlich lebte die Chiromantie schon immer in erster Linie von der praktischen Erfahrung. Die Grundlage der Chiromantie bildet dabei die Einschätzung, dass jeder menschliche Körper einen individuellen Aufbau hat. So wie man etwa Schädel oder Stimme relativ deutlich unterscheiden kann, so geht die Chiromantie von einer individuellen Ausprägung der Hände von Menschen aus. Aristoteles ging sogar soweit, die Hand als das Organ der Organe zu bezeichnen. Die Linien der Hand spiegelten - so Aristoteles - den Einfluss des Himmels und die Individualität des Menschen wider. Signaturen würden sich nicht nur am Schädel zeigen, sondern eben auch an der Hand. Seelische und Psychische Faktoren können bekanntlich die Physis des Menschen ändern, und damit auch die Hand.Allgemein bezeichnet man im Rahmen der Chiromantie die Innenseite der Hand gerne als das Positive. Sie ist Sitz des Tastsinnes und besitzt angeblich über 1.500 Nervenenden. Die Außenseite der Hand bezeichnet dagegen das Negative. Sie besitzt keine Tastkörper. Wichtig für die Chiromantie ist aber das Gesamtbild der Hand. Das heißt, es werden Form und Farbe der Hand sowie Lage der Linien und auch Erhebungen berücksichtigt. Über die Entstehung der für die Chiromantie sehr wichtigen Handlinien gibt es verschiedene Thesen. Es gibt Meinungen, dass die Linien durch Arbeit bzw. körperliche Belastung entstehen. Diese These ist aber schwer beweisbar, denn Hände schwer arbeitender Menschen besitzen nicht zwangsläufig mehr oder deutlichere Linien. Genauso muss ein weniger schwer arbeitender Mensch nicht unbedingt über feine Linien verfügen. Ob häufiges Falten der Hände einen Einfluss auf die Handlinien hat, ist auch nicht eindeutig beweisbar. Die Chirologie wird gerne als eine Wissenschaft bezeichnet. Sie erkennt aus Beobachtung und Erfahrung die Eigenheiten der Hand. Dies gibt Auskunft darüber, was ein Mensch ist, was er war und was er sein wird. Sie soll Aufschluss geben über Geschehnisse, die waren oder die sein werden. Genauso soll das Handlesen Aufschluss über Krankheiten geben können, die schon da waren oder noch kommen werden. Allgemein soll die Hand praktisch Antworten zu allem geben, was den Träger der Hand persönlich betrifft. Leitlinien für eine HandlesungGrundsätzlich kann man aus den historischen Überlieferungen einige Punkte festhalten, die zu einer guten Handlesung mindestens gehören bzw. berücksichtigt werden müssen:
Beispiele für Linien und Flächen der Hand
1: Lebenslinie; 2: Kopflinie; 3: Herzlinie; 4: Schicksalslinie; 5: Magenlinie; 6: Sonnenlinie; 7: Partnerschaftslinien; 8: Neptunlinie; 9: Uranuslinie; 10: Venusring; 11: Armbänder; 12: Venusberg; 13: Mondberg; 14: großer Marsberg; 15: Merkurberg; 16: Apolloberg; 17: Saturnberg; 18: Jupiterberg (alle Angaben ohne Gewähr) |
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