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Qi Gong


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Qi Gong - das chi bewegen

Qi Gong - das sind nach gängiger Definition Bewegungsübungen in Verbindung mit Atemtechniken. Sie sollen den Fluss des Qi anregen und harmonisieren. Das ist aber keine ausreichende Beschreibung. Denn Qi Gong ist nur schwer zu definieren - weder thematisch noch geschichtlich.

Geschichtliches

Geschichtlich ist Qi Gong nicht eindeutig zu beschreiben. Die einen sehen Qi Gong erstmals vor 7000 Jahren erwähnt, andere vor 5000 Jahren, wieder andere in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Man sollte aber das Qi Gong moderner Prägung nicht einfach mit dem klassischen Qi Gong Begriff gleichsetzen.

Im ursprünglichen Sinn steht Qi Gong in Zusammenhang mit dem Kampfpotential des Qi. Aufgabe der Übungen war die Stärkung des inneren Qi. Somit wäre Qi Gong geschichtlich eher mit Kampfsport verknüpft. Erste Erwähnung findet Qi Gong nach einigen Quellen im Nei Jin (ca. 2.600 v. Chr.), andere Quellen nennen aber das Jing ming zongjiao lu (ca. 3-4 Jhd. n. Chr.).

Eine schöne Legende besagt: in China veränderte sich das Klima einst so stark, dass die Menschen krank wurden. Sie verzweifelten darüber und warfen sich in Demut vor Gott nieder. Dabei fanden sie heraus, dass diese Bewegungen ihr Leid linderten - Qi Gong war geboren.

Ungeachtet aller Legenden muss man aber die Quelle des Qi Gong heutiger Prägung in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts suchen. Die Grundlagen des modernen Qi Gong entstammen vermutlich dem Werk des Liu Guizhen. Er benutzte den (eigentlich schon vergebenen) Begriff Qi Gong zur Beschreibung seiner Heilmethode. Grundlagen waren daoistische und buddhistische Prinzipien, andererseits auch Teile der TCM. Damit ist auch ein direkter Bezug zu den alten Quellen eher zu verneinen. Guizhens Werk verschwand während der Kulturrevolution fast ganz, um nach deren Ende wieder publik gemacht zu werden. In den 70er und 80er Jahren wurde es in China dann sehr populär. Qi Gong wird eigentlich fast an jeder Ecke zu den Anleitungen aus Lautsprechern praktiziert. Wie so viele östliche Praktiken fand es den Weg in westliches Gedankengut und wurde in unserem Kulturkreis schnell bekannt.

Was ist Qi Gong?

Geschichtlich gesehen ist Qi Gong wahrscheinlich eine zum Kampfsport gehörende Disziplin. Heute stellt es aber eher eine Reihe gymnastischer Bewegungsübungen dar. Diese sollen, in Verbindung mit Konzentration und Atemtechniken, das Chi anreichern und harmonisieren. Qi bedeutet soviel wie 'Lebensenergie' bzw. 'Atem, Energie, Geruch oder Luft'. Gong bedeutet soviel wie 'Arbeit, Übung, Fähigkeit, Technik oder Können'. Somit könnte man Qi Gong folgendermaßen interpretieren:
  • Arbeit an und mit der Lebensenergie
  • Übung oder Kunst, die eigene Lebensenergie zu aktivieren
  • stete Arbeit mit dem Qi
  • Fähigkeit, das Qi zu nutzen und gebrauchen
Das geht zum Beispiel mit Übungsfolgen wie den 8 Brokaten (ba duan jin) oder dem Spiel der fünf Tiere (wu qin xi). Sie sollen den ungehinderten Fluss des Qi in den Meridianen sichern . Hier ist auch eine gewisse Gemeinsamkeit mit TCM zu sehen, wobei das klassische Qi Gong dem TCM nicht wirklich zuordenbar ist. Qi Gong kommt heute in verschiedenen Formen vor. Manchmal scheint es so, als habe jeder Qi Gong Meister sein eigenes System erschaffen. Dementsprechend findet man in verschiedenen Qi Gong Stilen (Falun gong, Zhonggong, Shaolin Stil, Nei-Ging.....) verschiedene weitere Übungen (12 Brokate, 12 Stehhaltungen des Emei, 13 Taiji-Kreise.....).

Wie und wo wirkt Qi Gong?

Während die Wirkung auf bestehende Krankheiten noch nicht ausreichend nachgewiesen wurde, dürfte die mentale Wirkung des Qi Gong interessant sein. Dagegen ist auch die Förderung besonderer Fähigkeiten durch Qi Gong nicht belegbar.

Als spirituelle oder meditative Übungen taugen die Übungen weniger. Eine Weisheit sollte man sich vor Augen halten: man kann Haltungen (z. B. Luohan/Lohan) nachahmen, wird aber dadurch nicht selbst zu Luohan. Letzten Endes fehlt dem Qi Gong doch zu viel an theoretischen und philosophischen Grundlagen.

Wie und wo praktiziert man Qi Gong?

Man sagt, Qi Gong könne von jedem gelernt und geübt werden. Alter, Kraft und Beweglichkeit spielen keine wesentliche Rolle. Nicht üben sollten aber z. B. Schwangere, Herz-/Kreislaufkranke oder Krebskranke. Auch wenn man sich allgemein körperlich oder geistig nicht fit fühlt, sollt man Qi Gong nicht praktizieren. Qi Gong kann drinnen oder draußen praktiziert werden, am besten übt man in freier Natur. Gut, wenn noch ein Gewässer in der Nähe ist, da Wasser und Luft eine allgemein reinigende Wirkung haben. Sicherheitshalber sollte man aber nicht direkt am Wasser üben, der Standort sollte auch allgemein (stand-)sicher sein. Vorsicht vor Mulden, Löchern und ähnlichem. Bei schwülem Wetter oder Gewitter sollte man nicht unbedingt üben, da dann der Kreislauf eventuell zu stark belastet wird.

Allgemein sollte man daran denken, dass Fehler beim Qi Gong meistens dadurch entstehen, dass Übende keine oder z u wenig Ahnung haben. Dann kann kein natürlicher Heilungsprozess entstehen. Mit Qi zu arbeiten, ist nicht immer einfach. Man sollte es nicht übertreiben. Probleme entstehen meist nur, wenn ein fortgeschrittener Qi Gong Praktizierender (der kurz vor der Vollendung steht) es übertreibt. Hinsichtlich eventuell auftretender geistiger Probleme heißt es dazu im Dao sinnigerweise: ....wer Verrücktheit und Wahnsinn nicht durchgemacht hat, kann kein Unsterblicher werden.....

(Esoteric-House, 2005)

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