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Rezensionen: Tore zur Unterwelt - Heinrich und Ingrid KuschAmazon-Anzeige Das Buch Tore zur Unterwelt wurde von Dr. Heinrich Kusch (Prähistoriker und Lehrbeauftragter an der Karl-Franzens-Universität in Graz) und Ingrid Kusch (Studium der Geologie und Paläontologie) verfasst. Bei beiden handelt es sich um recht bekannte und anerkannte Höhlenforscher. Beide haben sich dabei vor allem um die Erforschung von Höhlen und so genannten Erdställen in Österreich einen guten Namen gemacht. Mit diesem Buch stellen sie gewissermaßen eine Momentaufnahme ihrer Forschungen bzw. deren Ergebnisse vor. Das Buch ist dabei reich bebildert und wird immer wieder mit interessanten Geschichten rund um das Thema ergänzt - seien es wissenschaftliche Belege oder Sagen. Die Autoren befassen sich recht anschaulich mit dem Phänomen der so genannten Erdställe und beleuchten damit zusammenhängende Sagen - schwerpunktmäßig aus der Oststeiermark. Im Besonderen gehen sie dann noch auf die Geheimnisse um den Augustiner-Chorherren Stift und deren Krypta in Vorau und auch den prähistorischen Steinbruch in der Lurgrotte Semriach ein. Danach befassen sie sich mit dem Phänomen der Menhire und Lochsteine, welche man in Österreich recht häufig findet. Geschlossen wird das Buch mit der Nennung ungelöster Fragen zu diesem Thema. Wie gesagt handelt es sich im Prinzip um die Momentaufnahme der Forschungen. Wie die Autoren klar sagen, bleiben letztlich mehr Fragen offen als man Antworten hat. Es ist vor allem nicht ganz klar, wer die Anlagen wann und aus welchem Grund geschaffen hat. Unklar ist auch, welches Ausmaß die Gangsysteme haben, möglicherweise gibt es hier ein weitverzweigtes Netz an Gangsystemen. Völlig unklar ist wohl auch, mit welchen Mitteln man diese Gänge und Höhlen überhaupt bauen konnte. Was mich persönlich sehr freut, ist der gelungene Spagat zwischen Wissenschaft und - sagen wir einmal - den unwissenschaftlichen Bereichen. Beide Autoren sind wohl anerkannte Wissenschaftler und sie vermeiden, sich auf irgendwelche Mutmaßungen einzulassen. Es werden wissenschaftliche Belege geliefert, wenn es welche gibt. Aber beide lassen auch die Frage zu, ob etwas an bestehenden Sagen dran ist. Das macht das Buch gut lesbar sowohl für rein wissenschaftlich orientierte Menschen als auch für phantasiebegabte Menschen. Um es im Sinn der Autoren zu sagen "all das mag vielleicht der Phantasie der frühen Erzähler entsprungen sein und muss nichts bedeuten, allerdings regt es zum Nachdenken an, denn hier wurden einst schon Dinge beschrieben, die wir heute erst kennen und im Alltag vewenden" und an anderer Stelle "Wir sollten immer versuchen, allen Informationen kritisch auf den Grund zu gehen und, was auch immer dabei herauskommt, entweder zu korrigieren oder zu akzeptieren, auch wenn es vielleicht nicht in das derzeitige Geschichtsbild passt. " Diese Auffassungen sind sehr löblich und ich würde sie mir von mehr Wissenschaftlern zumindest so ähnlich wünschen. Mir hat die Vorstellung dieser Phänomene sehr gut gefallen. Man wird immer wieder an die eigene Kindheit erinnert, als man im Wald nach Behausungen von Elfen oder Zwergen suchte oder auf die Suche nach dem Heim vom Holländer Michel ging oder einfach nur Schätze suchte. Schön, dass sich die Autoren heute mit so etwas befassen dürfen und schön, dass sie dem Leser die Sagen nennen, die mit den gefundenen Erdställen und Höhlen einhergehen. Das ist erstens informativ und zweitens regt es die Phantasie an. Ein schönes Buch - nicht nur für Höhlenforscher. (mp, 09.2009) Kurzinfo zum Buch
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