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Rosenkreuzer


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Rosenkreuzer - der mystische Initiationsorden.

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Kreuz und Rose, Symbol der Rosenkreuzer

War ihr Wirken früher gänzlich geheim, so stehen die Rosenkreuzer heute stärker im öffentlichen Leben. Am bekanntesten ist heute der alte mystische Orden Rosae Crucis (AMORC). Die Aufnahme in den AMORC ist jedem möglich, unabhängig von Geschlecht, Rasse, Konfession, Herkunft, Bildung und gesellschaftlichem Stand. Der AMORC bezeichnet sich selbst als unkonfessionell und politisch unabhängig.

Die Geschichte der Rosenkreuzer

Die Rosenkreuzer führt man direkt auf Christian Rosencreutz (1378 - 1484) zurück. Er wird als Grundsteinleger der Bruderschaft des Rosenkreuzes gesehen. Allerdings muss man davon ausgehen, dass es Christian Rosencreutz nie gegeben hat. Vielmehr ist man heute der Meinung, dass Rosencreutz eine Erfindung des Tübinger Theologen Johann Valentin Andreae war. Dieser Ansicht entspricht auch die Auffassung des AMORC.

Für die Geschichte der Rosenkreuzer sind besonders drei Gruppierungen wichtig:

  • die alten Rosenkreutzer.
    Ihre Entstehung wird dem zuvor genannten Andreae zugeschrieben. Interessant dabei ist, dass  Andreae solchen Bünden gegenüber eher kritisch eingestellt war. Er verfasste mehrere Schriften zu dem Thema Geheimbünde, denen er als zentrale (fiktive) Figur Christian Rosenkreuz mitgab. Diese satirisch gemeinten Schriften stießen aber auf ein derart großes Interesse, dass sich aus dieser Bewegung heraus die Rosenkreutzer formierten. Das Hauptinteresse dieser Freigeister galt der Alchimie/Alchemie und dort der Kunst des Goldmachens respektive der Suche nach dem Stein der Weisen. Der Bund spielt heute in seiner ursprünglichen Form keine Rolle mehr.

  • die Gold- und Rosenkreuzer.
    Sie wurzelten in der katholischen Kirche und orientierten sich stark am Jesuitenorden. Eine Orientierung an den Rosenkreutzern war nicht erkennbar, vielmehr rekrutierten sie in einer Zeit des Niedergangs der Freimaurerei deren Mitglieder. Ähnlich wie bei den Freimaurern organisierte man sich in 9 Gradstufen - der höchste Grad war der Magister Magus. Aber anders als bei den Freimaurern war ihr Wirken streng geheim. Dies lag vielleicht in dem eigentlichen Interesse des Bundes begründet - man suchte politische Macht und letztendlich nach dem Geheimnis des Goldmachens bzw. nach dem Stein der Weisen. Die wesentlichen Inhalte der Gold- und Rosenkreuzer waren neben der Suche nach vorgenannten Dingen eine Mischung aus christlicher Mystik, Kabbala, Magie und Alchemie, aber auch die Bekämpfung jeglicher Aufklärung. Den größten Bekanntheitsgrad erlangte man, als Kaiser Wilhelm II. dem Bund beitrat. Der Bund zerfiel, als man alle esoterischen Ziele zugunsten einer machtpolitischen Orientierung aufgab.

  • der alte mystische Orden Rosae Crucis (AMORC).
    Der AMORC bezieht sich direkt auf die Rosenkreuzer des 17. Jahrhunderts und sieht sich als deren Nachfolgeorganisation. Andere Quellen machen Rudolf Steiner oder Spencer Lewis für die Gründung verantwortlich. Der AMORC bezieht seine Lehren direkt auf die Mysterienschule Amenhoteps IV (Echnaton). Hier soll auch der Ursprung der Rosenkreuzer liegen. Dieses Wissen soll dann über Griechenland, das römische Reich und Arabien sowie Spanien nach Europa gekommen sein. Es wurde erstmalig im 17. Jahrhundert durch die Fama Fraternitatis bekannt gemacht. Die Lehren der Rosenkreuzer wurden vor den beiden Weltkriegen in Manuskriptform in die USA gebracht. Nach dem II. Weltkrieg gelangte die Lehre des Ordo Rosae Crucis wieder nach Europa, 1952 nach Deutschland. Über München und Überlingen wurde die deutschsprachige Administration 1963 nach Baden-Baden verlegt. Dort ist sie auch heute noch beheimatet.
    Ähnlich wie die Freimaurerei organisiert sich der AMORC in einem Logensystem. Der Großloge in Amerika ist z. B. die Großloge in Baden-Baden untergeordnet. Darunter liegen noch Städtegruppen, Logen/Kapitel und Ritualgruppen. Das Ziel des AMORC ist es, Studierende zu größerer Erkenntnis und eigener Gotteserfahrung zu führen. Da eine höhere Erkenntnisstufe durch eine Initiationspraxis erreicht wird, bezeichnet sich der AMORC als einen Initiationsorden. Das wichtigste Element des AMORC ist dabei die Mystik. Ein Mystiker in dem Sinn ist ein Mensch, der versucht das eigene Innere zu fördern und zu nutzen um einen direkten Zugang zum allerhöchsten Selbst zu finden. Das Weltbild des Mystikers ist geistiger Art.
    Die Aufnahme im AMORC beginnt nach Annahme des Aufnahmeantrages, der Zahlung der Aufnahmegebühr und Zahlung der Studiengebühr. Man erhält dann den Studienausweis und erste Unterlagen. Diese leihweise überlassenen Unterlagen dienen dem Heimstudium, das durch Rituale (Praxisanwendungen) ergänzt wird. Eine Mitgliedschaft kann, analog den Statuten, jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.
    Wesentliche Inhalte der AMORC Lehre sind Wiedergeburt, Gesetz vom Karma, Meditation, Kontemplation, Visualisierung, Imagination, Konzentration, psychische Projektion, die vier Elemente, Selbstheilung, höhere Astrologie, esoterisches Tarot, Geheimschriften, geheime Figuren und vieles mehr. Nach Studium aller Inhalte der Rosenkreuzer gelangt man über den sogenannten äußeren Kreis und die oberen Grade zu den Hochgraden.

Neben den genannten Gruppierungen  existieren noch weitere kleinere Gruppierungen. Einer der bekannteren dieser Orden  ist der ewig junge Orden vom Rosenkreuz. Jeder der bestehenden Bünde reklamiert gleichwohl für sich den alleinigen Anspruch, der einzig  gültige Rosenkreuzer Bund zu sein.

(Copyright: Esoteric-House, 2001)


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