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Schamanismus

Schamanismus? Da stellt man sich einen seltsam verkleideten Menschen vor. Der beschwört mit wilden Gestikulationen und verwegenem Gewand irgendwelche Mächte. Das stimmt irgendwie - ist aber natürlich nur die halbe Geschichte. Richtig ist: Schamanismus ist eine Form der Magie. Schamanismus ist aber keine Religion (zumindest sehen das die Experten so).

Um was geht es beim Schamanismus?

Sehr typisch für den Schamanismus bzw. den ausübenden Schamanen ist tatsächlich, dass der Schamane durch Trancezustände den Kontakt zu höheren Wesen und anderen Dimensionen herstellen will. In der Regel erreicht er das durch Tanz, durch Musik und manchmal auch durch Einnahme von Drogen. Ein Schamane versucht sich in der Trance dorthin zu öffnen, wo er Wissen findet, höheres Wissen. Meistens redet man dabei von Heilwissen. Aufgrund ihrer Tätigkeit gelten Schamanen im Allgemeinen als weissagerische und magische Personen.

Schamanismus ist dabei keine Erscheinung einer Kultur (also z. B. der indianischen Kultur). Schamanismus findet sich in vielen Kulturen, man könnte sogar sagen, dass der Schamanismus in jeder Kultur irgendwie vorhanden ist. Die ursprünglichen Quellen des Schamanismus mutmaßt man dabei aber nicht etwa bei Indianern, sondern in Sibirien. Auch der Begriff des Schamanismus soll dem sibirischen Kulturgut entstammen. Aber auch hier ist man sich nicht ganz sicher. Ebenso gut könnte der Schamanismus dem indischen oder tibetischen Raum entstammen.

Aufgaben und Tätigkeit des Schamanen

Schamanen sind vor allem für folgende Aufgaben zuständige: Heilen, Begleitung der Seelen ins Totenreich (Sterbegleitung), Zurückholen verlorener Seelen, Schutz gegen Geister und Dämonen, Wettervorhersagen treffen, Wetter beeinflussen bzw. Wetter machen (Regenmacher...), Hilfe und Schutz für Jäger, Weissagungen treffen, Anwendung verschiedener magischer Praktiken und Zauber (Schutzzauber, auch Schadenszauber).

Schamanen glauben im allgemeinen an ein Weltbild, das mehrschichtig ist. Dabei besteht die Welt mindestens aus drei Schichten: Himmel, Erde und Unterwelt. Je nach schamanischem Glauben kommen noch weitere Schichten dazu und vervollständigen das schamanische Weltbild. Genau diese Schichten kann ein Schamane 'erklimmen'. Dies macht er in der Regel auf dem Weltenbaum. Auf diesen Reisen ist ein Schamane aber normalerweise nie allein. Er hat Geister zum eigenen Schutz bei sich. Oft treten diese Geister in Tiergestalt auf - man spricht vom so genannten Krafttier. Nicht selten verkleidet sich der Schamane zu seinem eigenen Schutz als sein Krafttier.

Wie wird man Schamane

Schamane wird man durch Initiation. Bei diesem Ritual löst ein Schamane seinen Körper auf, indem er seinen Tod erfährt. Das klingt hart, und das ist es auch. Aber nur so kann ein Mensch zwischen den Welten wandern. Was man vielleicht auch wissen muss: die meisten Schamanen werden Schamanen durch Vererbung. Wenn in der Familie ein Schamane war, dann wird man zum Schamanen bestimmt. Nichts desto trotz muss auch dieser Schamane seinen Tod erleben um als Schamane wirken zu können.

Auch ganz interessant ist die Tatsache, dass die schamanistische Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen laut Weltgesundheitsorganisation WHO als gleichwertig mit der unserer Schulmedizin anzusehen ist. Bemerkenswert!

(C)Esoteric-House, 2006.


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